Radio X nicht mehr auf DAB+ (Quelle: facebook.com/radiox.de, Screenshot: RadioBlog.eu)
Radio X nicht mehr auf DAB+ (Quelle: facebook.com/radiox.de, Screenshot: RadioBlog.eu)

Radio X nicht mehr auf DAB+: Das sagt der Lokalsender zum Digital-Exit

Zu Monatsbeginn hat sich der nichtkommerzielle Lokalsender aus Frankfurt am Main, Radio X, von seinen Hörern auf DAB+ verabschiedet. Das Programm ist terrestrisch nur noch auf UKW zu empfangen. Der Sendeplatz im Digitalradio wurde von Radio BOB! übernommen. Dabei ließ Radio X vor allem im Vorfeld der Abschaltung einen entsprechenden Hinweis vermissen. Jetzt äußerte sich der Sender auf Facebook wie folgt:

„Wie ihr eventuell schon festgestellt habt, ist Radio X seit dem 1. September 2026 nicht mehr über DAB+ zu empfangen. Da die Medienanstalt Hessen Ende 2025 angekündigt hatte, für die sieben nichtkommerziellen Lokalradios künftig nur noch zwei Verbreitungswege zu fördern, mussten wir uns entscheiden. Wir haben dazu Anfang des Jahres eine Hörerumfrage durchgeführt und die Radio X Sendungsmacher einige Wochen später auf dem jährlichen Anbietertreffen darüber abstimmen lassen: Die Entscheidung, UKW zu behalten und den Livestream weiter auszubauen, fiel mit klarer Mehrheit.

Warum UKW und Livestream?

UKW ist unser Hauptempfangsweg: Der Großteil unserer Hörerschaft empfängt Radio X nach wie vor ganz klassisch über UKW. Ob im Auto, in der Küche oder in der Werkstatt – UKW-Radios stehen überall und funktionieren einfach. Wir wollen niemanden ausschließen, nur weil kein neues Digitalradio im Haus ist. Zudem ist UKW absolut zuverlässig, verbraucht kaum Energie und funktioniert zuverlässig in Krisenzeiten wie etwa bei Stromausfällen. Digital hören heißt in der Regel streamen: Das hat unsere Hörerumfrage auch bestätigt: Die allermeisten von euch, die uns digital hören, nutzen dafür unser Livestreaming am Rechner, auf dem Smartphone oder über Smart Speaker.“

Verwirrende Aussage zur Förderung

Etwas verwirrend ist die Aussage von Radio X, die Medienanstalt Hessen fördere „für die sieben nichtkommerziellen Lokalradios künftig nur noch zwei Verbreitungswege“. Das ist richtig, wenn man die terrestrische Verbreitung und Streaming meint. Es ist aber natürlich nicht so, dass für sieben nichtkommerzielle Sender nur noch insgesamt zwei Verbreitungswege gefördert werden.

Die Entscheidung für UKW ist einerseits verständlich, andererseits aber auch rückständig, denn die Zukunft des Rundfunks ist natürlich digital. Betrachtet man die technische Reichweite, so ist Radio X nun wieder weitgehend auf das Frankfurter Stadtgebiet und dessen nähere Umgebung beschränkt, während der Sender auf DAB+ von Gießen bis Karlsruhe zu empfangen war.