Radio BOB! doppelt in der DAB+-Programmliste (Foto: RadioBlog.eu)
Radio BOB! doppelt in der DAB+-Programmliste (Foto: RadioBlog.eu)

Radio BOB! Hessen auf DAB+: Gute Idee schlecht umgesetzt

Seit Dienstag (1. September) strahlt Radio BOB! in Hessen gleich zweimal über DAB+ aus. Zur Verbreitung des bundesweiten Programms im ersten bundesweiten Multiplex im Kanal 5C gesellte sich die regionale Variante des Rocksenders für Hessen, die bislang terrestrisch nur auf UKW – und dort vornehmlich über Sender mit kleiner Leistung – ausgestrahlt wurde.

Ich schätze das regionale BOB!-Programm, zumal es mit zusätzlichen Nachrichtenmeldungen aus Hessen, mit einem regionalen Wetterbericht und Verkehrsinformationen einen echten Mehrwert bietet. Zuhause hatte ich Radio BOB! in der Vergangenheit meistens online gehört, um diese regionalen Programmelemente mitzubekommen.

Nun also gibt es den „Hessen-BOB!“ auch auf DAB+. In Südhessen hat der nichtkommerzielle Lokalsender Radio X dafür seine Verbreitung im terrestrischen Digitalradio wieder eingestellt (willkommen zurück in der analogen Radio-Steinzeit), in Nordhessen waren für den Neuzugang noch Kapazitäten frei.

Radio BOB! im Südhessen-Mux (Foto: RadioBlog.eu)
Radio BOB! im Südhessen-Mux (Foto: RadioBlog.eu)

Ich sehe doppelt

Was aus meiner Sicht überhaupt nicht gelungen ist, ist die Senderkennung. Diese lautet einfach nur „RADIO BOB!“. Das wäre nicht schlimm, wenn der Rocksender im ersten „Bundesmux“ nicht exakt die gleiche Kennung hätte. Wie soll man also als Hörer Radio BOB! von Radio BOB! unterscheiden? Das funktioniert so ohne weiteres nicht.

Kaum ein Nutzer wird sich die Mühe machen, in Untermenüs nach dem Multiplex-Namen oder dem Kanal zu suchen – falls das verwendete Radio diese Daten überhaupt anzeigt. Es ist daher reiner Zufall, ob man beim bundesweiten Programm oder bei der regionalisierten Variante von Radio BOB! landet.

In Schleswig-Holstein heißt das regionalisierte Programm offiziell „Radio BOB! rockt Schleswig-Holstein“. Hier hat man der regionalen Senderkennung noch die Ergänzung „SH“ mit auf den Weg gegeben. So kann der Hörer gut zwischen der bundesweiten und der regionalen Version des Senders unterscheiden. Umso unverständlicher ist, dass auf eine derartige, eindeutige Kennung in Hessen verzichtet wurde.