ma 2026 Audio I veröffentlicht (Foto: Dolf Maurer auf Pixabay)
ma 2026 Audio I veröffentlicht (Foto: Dolf Maurer auf Pixabay)

ma 2026 Audio I: Radiokonsum stabil – DAB+ Nutzung steigt nur leicht

Am Mittwochvormittag ist die ma 2026 Audio I veröffentlicht worden. Diese gibt Aufschluss darüber, wie das Medium Radio vom Publikum angenommen wird und wie sich die Reichweiten der verschiedenen Programme entwickeln. 74,7 Prozent der Deutschen über 14 Jahre hören den Angaben zufolge werktags mindestens einen klassischen Radiosender und/oder Webradio/User Generated Radio.

Trotz des saisonal bedingten leichten Rückgangs in der Frühjahrswelle wächst vor allem die Verbreitung über DAB+ weiterhin, wenn auch nur moderat: Im Weitesten Hörerkreis (kurz WHK) hören 34,5 Prozent (ma 2025 Audio II: 32,9 Prozent) mindestens ein Audio-Angebot über digitale Antenne. Alle weiteren Verbreitungswege bleiben weitgehend stabil.

Der Verbreitungsweg Online-Audio verzeichnet, bezogen auf die ma 2025 Audio II, einen leichten Rückgang im Vier-Wochenzeitraum des WHKs (von 24,1 Prozent auf 23,7 Prozent). Die meisten Hörer sind in der Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen zu finden (WHK: 29,2 Prozent – ma 2025 Audio II: 28,9 Prozent). Das ist umso erstaunlicher, als viele Veranstalter das Streaming massiv pushen.

Radio NRW und Bayern 1 bleiben Hörer-Millionäre

Betrachtet man die Durchschnittsstunde werktags zwischen 6 und 18 Uhr bei den Hörern ab 14 Jahren, so sind Radio NRW und Bayern 1 weiterhin die einzigen Hörer-Millionäre. Radio NRW kam auf 1,272 Millionen Hörer (-0,7 Prozent), Bayern 1 auf 1,091 Millionen (+0,4 Prozent). SWR3 kommt auf 986.000 Hörer. Das ist ein Plus von 3,0 Prozent, sodass das Programm den beiden reichweitenstärksten Angeboten dicht auf den Fersen ist.

Den größten Gewinn fuhr Hitradio Ohr ein. 26.000 Hörer in der Durchschnittsstunde bedeuten ein Plus von 62,5 Prozent. Aber auch Beats Radio (62.000, plus 51,2 Prozent), Schwarzwaldradio (83.000, +29,7 Prozent) und die Oldie Antenne (92.000, +27,8 Prozent) entwickeln sich positiv. Bei Schwarzwaldradio könnte das damit zusammenhängen, dass das Tagesprogramm trotz weiterhin großer Rotation durchhörbarer geworden ist. Die Oldie Antenne hat im vergangenen Jahr ihre Musikauswahl auf bestgetestete Songs ausgerichtet. Das hat sich offenbar ausgezahlt.

Nostalgie größter Verlierer

Während zwei Classic Hits Wellen gut laufen, gibt es bei einem weiteren Veranstalter weniger gute Zahlen. Nostalgie hat mehr als ein Drittel seiner Hörer verloren (-34,3 Prozent) und hat in der Durchschnittsstunde nur noch eine Reichweite von 34,3 Prozent. Aber auch Bremen Vier (69.000 Hörer, -31,0 Prozent) und Die neue Welle (38.000, -25,5 Prozent) entwickelten sich nicht wie vermutlich von den Veranstaltern erhofft.

Spannend ist auch der Blick nach Schleswig-Holstein, wo Radio BOB! und delta radio im vergangenen Jahr ihre UKW-Verbreitung aufgegeben haben, sodass sie terrestrisch nur noch über DAB+ zu empfangen sind. Radio BOB! rockt Schleswig-Holstein erreicht 64.000 Hörer in der Durchschnittsstunde. Das sind sogar 18,5 Prozent mehr als beim letzten Mal. delta radio musste einen Verlust von 6,0 Prozent hinnehmen und erreichte 47.000 Hörer in der Durchschnittsstunde.

Rock Antenne legt massiv zu

Während das bundesweite Programm von Radio BOB! auf 698.000 Hörer kam und somit einen leichten Verlust von 3,1 Prozent hinnehmen musste, legte die Rock Antenne um 17,5 Prozent auf 463.000 Hörer zu. Bislang nicht ausgezahlt hat sich der Brand-Wechsel von Regenbogen 2 zu Rock FM. Der Sender erreicht nur noch 37.000 Hörer in der Durchschnittsstunde (-9,8 Prozent) – vielleicht auch dem Umstand geschuldet, dass Rock FM kein „richtiges“ Radioprogramm mehr anbietet. Anstelle von Live-Moderation gibt es täglich zwölf Stunden Voicetracks von den immer gleichen Moderatoren.

Die positive Entwicklung von 80s80s Radio, die sich schon im vergangenen Jahr abgezeichnet hat, setzte sich fort. Der Sender kommt auf 253.000 Hörer, was einem Plus von 14,0 Prozent entspricht. Der Schwestersender 90s90s Radio legte sogar um 22,5 Prozent zu. Mit 136.000 Hörern backt der Musiksender aber derzeit noch deutlich kleinere Brötchen als 80s80s. bigFM NRW ist erstmals ausgewiesen und kommt auf 52.000 Hörer. Radio Mixtape ist für die aktuelle Media-Analyse zu spät gestartet.

Fast unglaublich ist der Erfolg, den erneut der Partymusik-Sender Radio Bollerwagen erreicht hat. 170.000 Hörer in der Durchschnittsstunde bedeuten ein Plus von 23,2 Prozent im Vergleich zur letzten Media-Analyse. Auch ein Nachrichtensender gehört zu den größten Gewinnern der ma 2026 Audio I: BR24 Radio erreichte bundesweit 162.000 Hörer, das ist ein Plus von 20,9 Prozent.