Der Bayerische Rundfunk (BR) muss nach Einschätzung des Bayerischen Obersten Rechnungshofs (ORH) weitere Einsparungen vornehmen. Das berichtet BR24. Trotz einer zuletzt besseren Finanzentwicklung könnten die Rücklagen des öffentlich-rechtlichen Senders bis Ende 2028 aufgebraucht sein. In diesem Fall drohe eine Finanzierungslücke von mehr als 106 Millionen Euro.
Der Rechnungshof sieht insbesondere beim Personal weiteres Einsparpotenzial. Nach dem bereits erfolgten Abbau von 55 Stellen könnten nach Einschätzung der Prüfer weitere 196 Stellen entfallen. Außerdem empfehlen sie eine engere Zusammenarbeit innerhalb der ARD und mit dem ZDF, um Doppelstrukturen und Kosten zu reduzieren.
Kritisch betrachtet der ORH auch die Ausgaben für die Auslandsstudios und die BR-Radltour. Eine weitere finanzielle Herausforderung stellt die betriebliche Altersversorgung dar. Hier beziffert der Rechnungshof die Finanzierungslücke auf mehr als 512 Millionen Euro.
BR hat bereits Reformen eingeleitet
Der BR hat bereits Reformen und Sparmaßnahmen eingeleitet. Dazu gehören eine effizientere Nutzung von Ressourcen, die Bündelung von Aufgaben und ein weiterer Personalabbau. Auch die Zusammenarbeit zwischen den ARD-Anstalten soll intensiviert werden.
Zusätzlichen Veränderungsdruck bringt der Reformstaatsvertrag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Der BR muss demnach bis Ende 2026 vier seiner bislang zehn Hörfunkprogramme einstellen.
