Erste Analyse zum neuen RTL Radio (Quelle: facebook.com/rtlradio, Screenshot: RadioBlog.eu)
Erste Analyse zum neuen RTL Radio (Quelle: facebook.com/rtlradio, Screenshot: RadioBlog.eu)

Reingehört: Die erste Woche des „neuen“ RTL Radio

Vor einer Woche ist RTL Radio mit seinem neuen, als Feel Good Music bezeichneten Format gestartet. Zwar soll es erst in vier Wochen moderierte Sendungen geben. Den einen oder anderen redaktionellen Beitrag hatte RTL Radio aber auch in den vergangenen Tagen schon ausgestrahlt. Mittlerweile funktionieren auch die programmbegleitenden Daten auf DAB+, wo zwar schon kurz nach dem Formatwechsel die Slideshow aktualisiert wurde, im Text aber tagelang der gleiche Song angezeigt wurde.

Das Musikprogramm klingt in jedem fall abwechslungsreicher als das bisherige Hitformat. Wer auf eine große Rotation gehofft hat, wird dennoch enttäuscht, wie sich anhand der Playlist auf Onlineradiobox leicht nachvollziehen lässt. Manche Titel laufen zwei- oder gar dreimal am Tag. Das mag heutzutage so üblich sein. Daran gewöhnen kann ich mich dennoch nicht. Es gibt doch von jedem Interpreten bzw. von jeder Band mehr als zwei, drei bekannte Hits, die jeder sofort mitsingen kann.

Viele 80er auf der Playlist

Knapp die Hälfte der gespielten Songs stammt aus den 80er Jahren. Der Rest teilt sich auf die anderen Jahrzehnte bis heute auf. „Gefühlt“ laufen aber mehr aktuelle Titel als etwa aus den ersten Jahren nach der Jahrtausendwende. Zu hören sind auch Songs aus den 90er Jahren – allerdings erstaunlich wenige und offenbar beschränkt auf die bekanntesten Titel aus diesem Jahrzehnt. Die Playlist tut niemandem weh, begeistert aber auch nicht.

Abzuwarten bleibt, ob RTL Radio mit dem neuen Format Erfolg hat. Ja, es klingt nicht schlecht, es hat Drive, man setzt ausschließlich auf Uptempo. Mir gefällt das (auch wenn ich den einen oder anderen aktuellen Titel weglassen würde, was aber freilich Geschmacksache ist). Ich finde aber auch, dass sich RTL Radio zu wenig von anderen AC-Wellen abgrenzt, auch wenn man mehr Klassiker als Antenne Bayern oder hr3 spielt, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Engere Verzahnung mit TV-Programm?

Was sich schon jetzt andeutet, ist eine engere Verzahnung mit dem Fernsehprogramm von RTL. Vielleicht hofft man auf Synergien, die sich dadurch ergeben. Hier muss man einfach abwarten, wie das moderierte Programm ab August klingt und in welchem Umfang überhaupt moderiert wird. Auch hier scheint man auf eine Art Überraschungseffekt zu setzen, denn wie schon vor dem Wechsel des Musikformats vor einer Woche gibt es bis heute keine Pressemitteilung dazu, was RTL Radio zum offiziellen Start ab 3. August geplant hat.

Ich würde es RTL gönnen, wenn sie auch mit ihrem Radioprogramm wieder einmal einen Volltreffer landen würden, der Erfolg hat – so wie es einst bei Radio Luxemburg war. Der Glaube daran fehlt mir aber, da das Programm eben nichts Besonderes bietet, das Hörer von ihrem bisherigen Stammsender weglocken könnte.

Playlist-Beispiel (Freitag, 3. Juli, 8 bis 9 Uhr)

  • Klingande – Jubel
  • Soft Cell – Tainted Love
  • ANOTR feat. 54 Ultra – Talk To You
  • OMC – How Bizarre
  • Calvin Harris – Feel So Close
  • Peter Gabriel – Sledgehammer
  • Olivia Rodrigo – Good 4 U
  • La Bouche – Sweet Dream
  • Peter, Bjorn & John & Victoria Bergsman – Young Folks
  • Outfield – Your Love
  • Lady Gaga & Doechii – Runway
  • Lionel Richie – Dancing On The Ceiling
  • Teddybears – Cobrastyle
  • Fine Young Cannibals – Good Thing
  • David Bowie – Let’s Dance