In Schleswig-Holstein wurde der Ausstieg aus dem analogen UKW-Rundfunk längst beschlossen. In anderen Bundesländern ist es zumindest vorgesehen, freiwerdende UKW-Frequenzen nicht mehr zu vergeben. Vor allem große private Veranstalter wollen jedoch an der Verbreitung ihrer Programme auf UKW festhalten, wie das Onlinemagazin SatelliFax unter Berufung auf Stellungnahmen zu politischen Entscheidungen oder Wahlprogrammen von politischen Parteien zu Landtagswahlen hervorgehe.
Den Angaben zufolge heißt es, dass trotz vielfältiger digitaler Empfangsmöglichkeiten für die Privatradios UKW der Übertragungsweg mit der höchsten wirtschaftlichen Relevanz bleibe. Millionen Menschen schalteten ihr UKW-Radio ein, um sich zu informieren – auch in Katastrophenfällen. UKW sei der wichtigste Teil der alltäglichen Infrastruktur der Länder und sichere damit ein Stück regionale Identität und vertrauenswürdige Information. Die analoge Verbreitung der privaten Hörfunkprogramme müsse daher langfristig sichergestellt werden, um die Vielfalt des Mediums Radio und den Zugang zu vertrauenswürdigen Medien zu bewahren. Damit werde am Ende auch die Demokratie geschützt.
Privatradios fürchten wirtschaftliche Nachteile
Eine Abschaltung der UKW-Sender und andere Einschränkungen des Zugangs zu Frequenzen hätte demnach drastische Auswirkungen auf das duale Hörfunksystem in seiner Gesamtheit. Es würden die Investitionssicherheit der privaten Radiounternehmen und die Stabilität des Gesamtmarktes bis hin zum Bestand der vielfältigen privaten Radiolandschaft gefährdet. Schon allein die Ankündigung einer geplanten UKW-Abschaltung habe unmittelbar wirtschaftliche Nachteile für die werbefinanzierten privaten Hörfunksender.
Dem gegenüber stehen freilich die Kosten für einen parallelen Sendebetrieb auf DAB+ und UKW. Angesichts sinkender Werbeeinnahmen stellt sich die Frage, wie lange dieser Simulcast finanzierbar sein wird und ob der eine oder andere Programmanbieter möglicherweise die DAB+-Verbreitung in Frage stellen würde, wenn er eine Entscheidung für eine der beiden Betriebsarten treffen müsste.
