Die Hörerzahlen der öffentlich-rechtlichen Radioprogramme in der Schweiz bewegen sich nach der UKW-Abschaltung weiterhin auf sehr niedrigem Niveau. Das zeigen die am Montag veröffentlichten Mediapulse-Zahlen für das zweite Halbjahr 2025. SRF1, das meistgehörte Radioprogramm in der Schweiz, wird noch von rund 847.000 Personen täglich eingeschaltet. Das entspricht gegenüber dem zweiten Halbjahr 2024 einem Rückgang um eine Viertelmillion.
Auch SRF3 muss einen Rückgang verbuchen. Der Sender erreicht täglich 624.000 Hörer. Das sind 236.000 weniger als vor einem Jahr. Die schon in der Vergangenheit ausschließlich digital verbreitete Jugendwelle SRF Virus kommt wiederum auf 41.000 Hörer. Das entspricht im Jahresvergleich einem Plus von 7500. Die SRF Musikwelle verzeichnet ebenfalls einen Reichweitengewinn, während die Hörerzahlen von SRF2 Kultur rückläufig sind.
Privatradios profitieren von UKW-Abschaltung der SRG
Viele Privatsender legten nach der UKW-Abschaltung der SRG weiter zu. Radio Pilatus hat 28.000 Hörer mehr als vor einem Jahr und kommt nun auf etwa 241.000 Hörer. Auf dem zweiten Platz folgt Radio 24 mit 227.000 Hörern (plus 25.000), gefolgt von Radio Zürisee (203.000, plus 34.000). Auf dem vierten Platz liegt nun Radio Central (200.000, plus 33.000). Der Sender zeigt, dass auch ein breiter Musikmix ohne enges Format erfolgreich sein kann.
Die Befürchtung, dass viele Hörer nach der UKW-Abschaltung der SRG zu Programmen aus dem Ausland abwandern, hat sich nicht erfüllt. Meistgehörter deutscher Privatsender ist Radio Seefunk, der auf 24.000 Hörer in der Schweiz kommt (plus 6.800). Dahinter folgen Radio 7 (23.000, 2024 nicht erfasst) und Klassik Radio (17.000, plus 4.300).
