Frequenzauktion in den Niederlanden (Foto: Mabel Amber auf Pixabay)
DAB+-Lizenzvergabe in den Niederlanden (Foto: Mabel Amber auf Pixabay)

Niederlande: Vergabe von bis zu 784 DAB+ Lizenzen vor dem Start

Die niederländische Aufsichtsbehörde für digitale Infrastruktur (RDI) beginnt am Donnerstag, den 15. Januar, mit der Verteilung der Restkapazitäten in den lokalen DAB+-Sendernetzen. Das berichtet das Onlinemagazin Radiowereld. Es handelt sich um Kapazitäten in 57 Netzen für kommerzielle Radiosender. Insgesamt stehen 784 Lizenzen zur Verfügung.

Um zu verhindern, dass ein Veranstalter sofort die gesamte Restkapazität für eine Zuteilung beantragt, gilt die Beschränkung, dass kommerzielle Anbieter in den ersten vier Wochen nur eine Lizenz pro Sendegebiet beantragen dürfen, damit alle Interessenten eine faire Chance erhalten. Ab dem 12. Februar entfällt diese Beschränkung.

Die Beschränkung, dass ein Radiosender in maximal drei benachbarten Regionen senden darf, bleibt bestehen. Mehrere kommerzielle Veranstalter hatten beantragt, diese Zahl auf fünf zu erhöhen, aber diesem Antrag wurde nicht stattgegeben.

Lockerungen bei Netzausbau-Verpflichtung

Die Netzausbau-Verpflichtung wird jedoch etwas gelockert. Bislang galt, dass bis zum 1. September 2026 eine Abdeckung von 60 Prozent im Außenbereich und 50 Prozent im Innenbereich angeboten werden muss, nach diesem Datum 90 Prozent im Außenbereich und 75 Prozent im Innenbereich. Diese zweite Stufe entfällt, sodass es bei 60 Prozent outdoor und 50 Prozent innerhalb von Gebäuden bleibt.

Neu ist, dass lokale öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten eine zweite Lizenz für die Sendegebiete beantragen können, in denen sich ihr offizielles Versorgungsgebiet befindet. Bislang stand diese Möglichkeit nur den lokalen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Amsterdam, Den Haag, Rotterdam und Utrecht für die lokale Ausgabe von FunX zur Verfügung.

Die Antragsfrist für lokale öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten für eine zweite Lizenz beginnt jedoch erst in vier bis sechs Monaten. Zunächst erhalten kommerzielle Sender die Möglichkeit, zusätzliche Frequenzen zu beantragen.