Wie berichtet haben die Schweizer Privatradioverbände VSP (Verband Schweizer Privatradios) und RRR (Radios Regionales Romandes) ein Positionspapier verabschiedet, in dem sie sich gegen die geplante Abschaltung aller UKW-Sender in der Schweiz zum Jahresende 2026 aussprechen. Während der Schweizer Bundesrat gegen eine UKW-Verlängerung ist, hat sich der Nationalrat laut Medienberichten mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, den Ausstieg aus dem analogen Rundfunk zu verschieben.
Die große Kammer folgte der Argumentation der privaten Programmveranstalter, dass die UKW-Abschaltung für die Anbieter existenzgefährdend sein könne. Das habe die Entwicklung der Hörerzahlen nach der Abschaltung der UKW-Sender des öffentlich-rechtlichen Rundfunks SRG SSR gezeigt. Auch wenn die Hörerverluste laut SRG in einem „erwartbaren Rahmen“ gewesen sein sollen, sei eine vergleichbare Entwicklung für kommerzielle Sender, die auf Werbeeinnahmen angewiesen sind, nicht hinnehmbar.
Nationalrat: „Verlängerung oder Neuausschreibung“
Der Nationalrat hat sich dafür ausgesprochen, die UKW-Lizenzen über den 31. Dezember 2026 hinaus zu verlängern oder zum 1. Januar 2027 neu auszuschreiben. Sollten neue Konzessionen für zehn Jahre vergeben werden, könnten die Programmanbieter bis Ende 2036 weiter auf UKW senden. Die SRG hat sich bislang nicht dazu geäußert, ob sie in diesem Fall ihr FM-Sendernetz – zumindest teilweise – reaktiviert.
Bei den Radiohörern in der Schweiz kommt die UKW-Abschaltung der SRG indes nicht gut an, wie sich beispielsweise anhand der Kommentare unter einem Facebook-Beitrag der Berner Zeitung zeigt. Positive Stimmen kommen hier vor allem von technikaffinen DAB+ Fans. Von ganz normalen Hörern gibt es hingegen andere Stimmen.
„Das kann sich auch nur SRF erlauben…! Sind ja nicht auf den ‚Konsumenten‘ angewiesen!“, so ein Kommentar unter dem Beitrag der Berner Zeitung. Trotz gutem Netzausbau in der Schweiz gibt es auch solche Stimmen: „Es ist einfach nicht brauchbar weil es Unterbrüche gibt und das sollte bei einem staatlichen Sender nicht der Fall sein weil dieser Sender der Alarmierung und Information in Notfällen dienen muss.“
Ständerat muss entscheiden
Nun muss der Ständerat entscheiden, ob der UKW-Rundfunk in der Schweiz eine Zukunft über das Jahr 2026 hinaus hat. Der Bundesrat argumentiert bei seiner ablehnenden Haltung, die Branche selbst habe sich für DAB+ und gegen UKW entschieden. Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung werde über DAB+ und/oder das Internet erreicht. Zudem sei eine Neuvergabe von UKW-Lizenzen mit hohem Aufwand verbunden.
