Die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom will neue Möglichkeiten für lokale Radioprogramme auf UKW und – in Ausnahmefällen – auf Mittelwelle schaffen. Hintergrund ist einem Bericht des Onlinemagazins RadioToday zufolge eine neue Strategie für die Vergabe analoger Radiofrequenzen, die Ofcom am 14. September veröffentlicht hat.
Geplant ist unter anderem eine neue Ausschreibungsrunde für UKW-Lizenzen, die für Community-Radios gedacht sind. Zusätzlich möchte Ofcom zunächst mit einem Interessenbekundungsverfahren ermitteln, wo Bedarf für neue analoge Community-Radioprogramme besteht. Neben UKW können dabei unter bestimmten Voraussetzungen auch AM-Lizenzen berücksichtigt werden.
Keine neuen analogen Frequenzen für kommerzielle Programme
Bei kommerziellen Radiosendern verfolgt Ofcom dagegen einen anderen Kurs: Neue analoge Lizenzen für kommerzielle Programme sollen auf absehbare Zeit nicht ausgeschrieben werden. Bereits bestehende kommerzielle und nichtkommerzielle Lizenzen können hingegen weiterhin verlängert oder technisch angepasst werden.
Parallel dazu will Ofcom die Entwicklung von Small-Scale-DAB weiter unterstützen. Neue DAB+-Multiplexe sollen vor allem dort ermöglicht werden, wo bislang keine entsprechende Versorgung besteht. Auch bestehende Multiplexe können ihre Reichweite ausbauen. Weitere reguläre lokale DAB-Multiplexe will Ofcom dagegen kurzfristig nicht prioritär vergeben.
Mix aus analoger und digitaler Verbreitung
Damit setzt Ofcom trotz des anhaltenden Bedeutungsverlusts der analogen Verbreitungswege weiterhin auf UKW als Plattform für lokale und gemeinnützige Radioangebote. Gleichzeitig soll der Ausbau von DAB – insbesondere auf Small-Scale-Basis – weiter vorangetrieben werden.
Die neue Ofcom-Strategie ist auch vor dem Hintergrund des laufenden britischen Diskussionsprozesses über die Zukunft von UKW interessant: Die Regierung prüft derzeit unter anderem, ob ein geordneter Übergang von FM zu digitalen Verbreitungswegen in den 2030er Jahren sinnvoll wäre.
