Der Österreichische Rundfunk (ORF) will bis Ende 2026 zahlreiche kleine terrestrische Sendeanlagen in Österreich abschalten. Hintergrund sind einem Bericht der Tageszeitung Der Standard zufolge die vom ORF geforderten Einsparungen. Durch die Maßnahmen sollen rund 1,5 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden.
Der ORF spricht ausdrücklich von einer Optimierung des Sendernetzes und betont, dass die grundsätzliche Versorgung von rund 99 Prozent des österreichischen Bundesgebiets erhalten bleiben soll. Abgeschaltet werden vor allem Kleinstsendeanlagen in Randlagen, deren Gebiet größtenteils bereits von anderen Sendern versorgt wird.
Für Aufregung sorgte die „Kronen Zeitung“, die von 64.000 betroffenen Gebührenzahlern beziehungsweise Einwohnern in den betroffenen Gemeinden berichtete. Der ORF bezeichnet diese Darstellung als Falschmeldung. Die Zahl der Einwohner der genannten Gemeinden sei mit der Zahl der tatsächlich betroffenen Haushalte verwechselt worden. Nach ORF-Angaben werden nur wenige hundert Haushalte die Änderungen bei der TV-Versorgung tatsächlich bemerken.
Geplanter Zeitplan der Abschaltungen:
- August: Anlagen unter anderem in Oberösterreich und Kärnten
- September: zahlreiche Standorte in der Steiermark
- Oktober: Niederösterreich
- November: Salzburg, Tirol und Vorarlberg
Bereits im Mai sollen laut „Krone“ Anlagen in Hirschbach, Waldhausen und Oberkappel abgeschaltet worden sein.
Der ORF stellt klar, dass nicht generell die terrestrische Versorgung Österreichs zurückgefahren wird. In vielen Fällen besteht weiterhin eine Versorgung über einen anderen Sender beziehungsweise eine andere Frequenz. Außerdem empfangen mittlerweile 94 Prozent der Österreicher ORF-Programme über Satellit, Kabel oder Streaming, während nur rund sechs Prozent ausschließlich beziehungsweise über Antenne empfangen.
Während der Standard-Bericht vor allem von der Abschaltung von Fernsehsendern handelt, räumt der ORF ein, dass es auch zu Einschränkungen beim Empfang Radioempfang auf UKW kommen kann. Sprich: Offenbar werden auch Hörfunksender abgeschaltet. Ob die betroffenen Senderstandorte mit denen für TV identisch sind, ist noch nicht bekannt.
