Ärger für Radio Caroline (Foto generiert mit KI)
Ärger für Radio Caroline (Foto generiert mit KI)

Großbritannien: Falschmeldung von Radio Caroline hat Nachspiel

Die versehentlich ausgestrahlte Meldung über den Tod von König Charles III. hat für Radio Caroline Konsequenzen. Das berichtet das Onlinemagazin RadioToday. Die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom stellte zwei Verstöße gegen den Broadcasting Code fest. Anlass waren zwei Beschwerden von Hörern.

Am 19. Mai wurden bei Radio Caroline gleich drei vorproduzierte Ansagen ausgestrahlt, in denen fälschlicherweise der Tod von König Charles verkündet und eine Unterbrechung des regulären Programms angekündigt wurde. Anschließend wurde die britische Nationalhymne gespielt, danach herrschte rund 16 Minuten Stille. Gegen 14.35 Uhr entschuldigte sich Moderator Barry Marsh und erklärte, die Meldung sei versehentlich ausgestrahlt worden und falsch gewesen.

Ofcom: „Sehr erhebliche Ungenauigkeit“

Ofcom wertete die Falschmeldung als „sehr erhebliche Ungenauigkeit“. Der Gesundheitszustand und das Wohlergehen des Monarchen seien von besonders hohem öffentlichem Interesse. Verschärft wurde die Situation nach Ansicht der Aufsicht dadurch, dass die Todesmeldung mehrfach ausgestrahlt wurde, dabei sogar der Eindruck entstand, Nachrichtenmedien hätten den Tod bestätigt, und anschließend die Nationalhymne gespielt wurde.

Radio Caroline erklärte gegenüber Ofcom, dass ein Mitarbeiter bei Wartungsarbeiten am Studiocomputer drei vorbereitete Dateien geöffnet habe. Diese Dateien waren eigentlich für den Fall des tatsächlichen Todes des Monarchen erstellt worden und mit deutlichen Warnhinweisen versehen. Der Mitarbeiter habe sie aus Neugier abgespielt und damit gleichzeitig den Stream des Moderators unterbrochen.

So reagierte Radio Caroline auf den Vorfall

Nach dem Vorfall wurde der Mitarbeiter laut Radio Caroline zurechtgewiesen. Zudem habe er sich entschuldigt. Die entsprechenden Dateien wurden vom Studiocomputer entfernt und auf einem externen Datenträger gespeichert. Außerdem erinnerte der Sender Moderatoren und weitere Mitarbeiter an die geltenden Abläufe.

Ofcom kritisierte allerdings auch die Reaktion des Senders: Die Entschuldigung erfolgte erst etwa 30 Minuten nach der Falschmeldung. Sie sei weder schnell genug erfolgt noch habe sie die Art des Fehlers ausreichend deutlich erklärt. Deshalb stellte die Aufsicht Verstöße gegen die Regeln 5.1 und 5.2 des Broadcasting Code fest.