1979 war Radio Bavaria International der erste Privatsender, der von Südtirol aus gezielt nach Nordtirol und Bayern gesendet hat. Gestern feierte der Sender für wenige Stunden ein Comeback. Gesendet wurde vom 3369 Meter hohen Schwarzenstein in den Zillertaler Alpen mit 300 Watt auf 107,2 und 107,3 MHz. Dabei wurde abwechselnd mit horizontaler und vertikaler Polarisation gearbeitet.
Die hinter dem Revival stehenden Enthusiasten wollten zum einen die Radiopioniere Jo Lüders und Jürgen von Wedel würdigen, die Radio Bavaria International einst gegründet und für Abwechslung in der Radiolandschaft gesorgt haben. Jürgen von Wedel, erst vor wenigen Wochen verstorben, wollte sich ursprünglich auch selbst an der Aktion beteiligen.
Neben dem Programm war beim RBI-Revival vor allem die Technik interessant. Würde es klappen, das Equipment für den Sendebetrieb auf den Berg zu schaffen? Würde die vergleichsweise geringe Sendeleistung ausreichen, um das Programm in Süddeutschland hörbar zu machen? Schließlich ist das UKW-Band heutzutage voll belegt – ganz anders als beim RBI Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre.

Gutes Signal in Nordtirol und Südbayern
Das Signal war in der Tat in weiten Teilen von Nordtirol und Bayern zu hören, bis in die Oberpfalz und in den Großraum Ulm in Baden-Württemberg. In München war RBI sogar ohne Dachantenne zu hören. Ansonsten war der Sender vor allem in Oberbayern gut zu empfangen.
Wer nicht im terrestrischen Sendegebiet war, konnte dem Revival über einen WebSDR zuhören. Es war in jedem Fall beeindruckend, dass es noch ein vielleicht letztes Mal ein Radioprogramm gab, das vom Schwarzenstein aus Richtung Norden gesendet hat. 1983 war Radio Bavaria International auch der erste Sender, der von diesem exponierten Standort gesendet hat. Später ging aus RBI Radio M1 hervor, das wiederum Vorgänger von Radio Arabella war.
Der Standort Schwarzenstein wurde später von Südtirol eins und – noch später – von einem neuen Radio-M1-Projekt genutzt. Von dort aus waren die Sendungen aus den Zillertaler Alpen in weiten Teilen Bayerns und sogar bis in den Süden der ehemaligen „DDR“ zu hören. Von keinem Südtiroler Standort war die Versorgung Bayerns besser möglich. Umso bedauerlicher, dass diese Zeiten leider vorbei sind.
