Radio Bonaire 1530 gestartet (Foto generiert mit KI)
Radio Bonaire 1530 gestartet (Foto generiert mit KI)

Bonaire: Notfall-Radio auf Mittelwelle gestartet

Am 27. Juli haben Funkamateure auf der Karibikinsel Bonaire einen kleinen Mittelwellensender in Betrieb genommen, der im Katastrophenfall als Informationsquelle für die Bevölkerung dienen soll. Das berichtet der Radio-Kurier. Anlass für das Projekt war ein großer Stromausfall im Jahr 2023, bei dem Rundfunk, Internet und Telefonnetz weitgehend ausfielen und die Menschen kaum noch erreicht werden konnten.

Die Initiatoren entwickelten deshalb ein unabhängiges Sendesystem. Sie holten sich die erforderliche Rundfunklizenz, wobei die zuständige Lizenzbehörde das Vorhaben unterstützte. Dagegen verlief die Zusammenarbeit mit der für das Krisenmanagement verantwortlichen Behörde bislang erfolglos, obwohl es bereits Gespräche und Zusagen gegeben hatte.

Derzeit Nonstop-Musikprogramm

Der Sender sendet seit seiner Inbetriebnahme auf 1530 kHz rund um die Uhr Musik. Einen Livestream bietet Radio Bonaire 1530 bislang nicht an. Im Ernstfall soll er jedoch ausschließlich offizielle Warnungen und Informationen der Behörden verbreiten. Die Funkamateure stellen also nur die technische Infrastruktur bereit und erstellen keine eigenen Nachrichten.

Damit der Sender auch bei einem längeren Stromausfall funktioniert, wird er unabhängig vom Stromnetz mit Solaranlagen und Batterien betrieben. Außerdem wurde eine Frequenz gewählt, die sowohl mit dem europäischen als auch mit dem amerikanischen Frequenzraster kompatibel ist, damit möglichst viele Autoradios auf Bonaire den Sender empfangen können. Ursprünglich war die Frequenz 1400 kHz vorgesehen, die dieses Kriterium nicht erfüllt.