Das Leitzphone von Leica und Xiaomi (Foto: RadioBlog.eu)
Das Leitzphone von Leica und Xiaomi (Foto: RadioBlog.eu)

Streaming mit dem Leitzphone von Leica und Xiaomi: So schlägt sich das Flaggschiff

Im Februar hatte ich die Möglichkeit, das Samsung Galaxy S26 Ultra kurz zu testen. Ich schrieb seinerzeit hier im Blog, dass das Gerät zwar toll ist, ich als Nachfolger meines allmählich in die Jahre kommenden Samsung Galaxy S23 Ultra aber eher eine „richtige“ Digitalkamera sehe.

Ich habe mich intensiv mit Kameras beschäftigt, die möglichst kompakt sind, aber dennoch einen Mehrwert gegenüber im Smartphone verbauten Kameras bieten. Das Ergebnis war eher ernüchternd. Vor allem die Zoom-Möglichkeiten waren deutlich schlechter, wenn man nicht ein riesiges Objektiv mitschleppen will.

Was ich auch nicht bedacht habe: Die Displays der „echten“ Kameras sind meistens Mäusekinos, etwa wie bei Smartphones vor 15 Jahren. Das ist für meine nicht mehr ganz so taufrischen Augen ungeeignet. Doch noch vor Ende meiner Recherchen deutete sich eine andere Lösung an.

Rückseite mit Case und Kamera-Schutz (Foto: RadioBlog.eu)
Rückseite mit Case und Kamera-Schutz (Foto: RadioBlog.eu)

Leitzphone: Smartphone und Kamera in einem

Am 28. Februar sah ich in der Leica Welt in Wetzlar das Leitzphone. Ein Smartphone von Leica? Ja, ich kannte die Kooperation von Leica und Xiaomi. Aber dass daraus nun ein eigenes Smartphone-Modell resultiert, war mir nicht bewusst. Kaum die Leica Welt verlassen, trudelte auch schon die Pressemitteilung der Deutschen Telekom zum Leitzphone ein.

Was ich da in Wetzlar zu sehen bekam, war also sogar eine Produktneuheit. Uff, das war mir nicht bewusst. Ich recherchierte zum Leitzphone und lernte, dass es sich um ein Xiaomi 17 Ultra handelt, das mit Leica-Software und einem Kamera-Ring zur Steuerung verschiedener Funktionen (zum Beispiel stufenloser Kamera-Zoom) aufgewertet wurde.

Das Gerät stieß auf mein Interesse. Natürlich ist das immer noch keine „richtige“ Kamera, da der Platz für Objektive im Smartphone nunmal begrenzt ist. Dennoch schien mir dieses Gerät für meine Zwecke geradezu perfekt zu sein. Finanziell gesehen wäre das Samsung Galaxy S26 Ultra die günstigere Wahl gewesen. Andererseits hatte ich so ein Gefühl wie vor vielen Jahren beim ersten Blackberry für Interessenten ohne Enterprise-Server, wie beim ersten iPhone und dem Palm Pre: Ich wollte beim Leitzphone unbedingt von Anfang an dabei sein.

iHeartRadio auf dem Leitzphone (Foto: RadioBlog.eu)
iHeartRadio auf dem Leitzphone (Foto: RadioBlog.eu)

Erste Erfahrungen mit dem Leica-Handy

Seit Ende März nutze ich nun das Leitzphone. Im Alltag ist es neben dem Apple iPhone 16 Pro Max mein ständiger Begleiter. Ich habe mir dazu noch die Xiaomi Watch 5 gegönnt. Damit kann man sich den hohen Preis von 2000 Euro für das Handy schön rechnen, denn die Smartwatch ist mit einem Listenpreis von 299 Euro (ich habe im Online-Handel noch etwas weniger bezahlt) ein echtes Schnäppchen. Das Gesamtpaket aus Smartphone und Uhr ist somit nicht teurer als bei Apple.

Sowohl das Leitzphone als auch die Xiaomi Watch 5 sind sehr gut verarbeitet. Beim Handy werden noch ein Case, eine Schutzkappe für das Kamera-Modul, eine Trageschlaufe und ein Putztuch mitgeliefert. Der Umzug von SIM-Karten und eSIM-Profilen klappte schneller als erwartet. Vom Samsung Galaxy S23 Ultra konnte ich zudem meine Apps und Google-Accounts mitnehmen. Allerdings musste ich alle App-Ordner neu einrichten und die Anwendungen an ihren für mich richtigen Platz bringen.

Das war Arbeit für einen ganzen Abend, aber es hat sich gelohnt. Selten hat mich in den vergangenen Jahren ein Smartphone so begeistert wie das Leitzphone. Das ist endlich mal wieder was Neues, kein more of the same, wie wir es – mit wenigen Abweichungen – seit Jahren von Apple und Samsung sehen. Okay, das Galaxy S26 Ultra punktet mit seinem Privacy-Display, das ich aber nicht unbedingt brauche.

Beeindruckendes Kamera-Modul (Foto: RadioBlog.eu)
Beeindruckendes Kamera-Modul (Foto: RadioBlog.eu)

Streaming mit dem Leitzphone

Natürlich habe ich auch Streaming mit dem Leitzphone getestet. Dabei ist mir sofort der sehr gute interne Lautsprecher aufgefallen. Das Teil klingt wie ein iPhone, und das ist als Kompliment zu verstehen. Zugegeben: Diesbezüglich hat sich Samsung auch verbessert. Radiostreaming klappt somit nicht nur technisch gut, auch der Sound ist super.

Wie immer muss man bei Android die Akku-Optimierungen berücksichtigen, die dazu führen können, dass ein Stream nach wenigen Minuten Betrieb im Hintergrund einfach stehenbleibt. Das lässt sich abschalten. Man muss diesen Vorgang allerdings für jede Streaming-App wiederholen. Für Technik-Nerds ist das kein Problem. Für den ganz normalen Nutzer wäre etwas mehr Kundenfreundlichkeit wünschenswert.

Video-Streaming klappt ebenfalls gut, zumal das Leitzphone ein hervorragendes Display hat. Ich bin gespannt, wie es sich bei starker Sonneneinstrahlung schlägt. Apple ist da immer noch ziemlich schlecht, Samsung hingegen deutlich besser.

Unterseite mit SIM-Schacht, USB-C-Anschluss und Lautsprecher (Foto: RadioBlog.eu)
Unterseite mit SIM-Schacht, USB-C-Anschluss und Lautsprecher (Foto: RadioBlog.eu)

Und sonst so?

Das Leitzphone hat einen starken Akku: 6000 mAh, und das merkt man. Das Gerät hält bei ähnlicher Nutzung deutlich länger auf einer Akkuladung durch als mein iPhone 16 Pro Max. Die „Modi & Routinen“, die ich bei Samsung sehr geschätzt habe, gibt es bei Xiaomi in dieser Form zwar nicht. Ich komme aber auch mit den Fokus-Einstellungen zurecht (heißt das nur zufällig genauso wie bei Apple?).

Dual-SIM-technisch bietet das Smartphone das, was die Technik heutzutage hergibt: Zweimal Nano-SIM, zweimal eSIM oder eine Mischung aus physischer SIM und eSIM. Wie beim iPhone 16 Pro Max nutze ich alle Netze im Leitzphone, auf Knopfdruck kann ich wechseln, etwa für Tests oder wenn ich bewusst ein bestimmtes Netz nutzen möchte.

Unter dem Strich lässt sich sagen: Das Leitzphone ist das beste Smartphone, das ich je genutzt habe. Hard- und Software sind gut durchdacht, und ich bin sicher, dass ich mit dem Gerät viele Jahre Freude haben werde. Was ich vermisse, sind gute Drittanbieter-Apps für Sonos, wie es sie für iOS gibt. Doch dafür können Leica und Xiaomi nichts. Da müssten sich kompetente Entwickler einmal dransetzen.