Frequenzauktion in den Niederlanden (Foto: Mabel Amber auf Pixabay)
Konsultation zur Zukunft des MTVNL-Muxes (Foto: Mabel Amber auf Pixabay)

Niederlande: Wie weiter mit dem DAB+ Multiplex MTVNL?

Das niederländische Ministerium für Wirtschaft und Klima (EZK) hat eine Konsultation zur künftigen Vergabe des DAB+-Sendernetzes 3 eingeleitet. Dieses Netz befindet sich aktuell in den Händen von MTVNL. Derzeit ist noch unklar, ob die Senderkette erneut für einen Plattformbetrieb vergeben oder auf ein Modell umgestellt wird, bei dem jeder Programmanbieter eine eigene Lizenz benötigt.

Momentan senden 15 Radiosender über das Netz von MTVNL, darunter Veronica Non-stop, Radio 10 Non-stop, Arrow Classic Rock, 538 Tomorrowland Oneworld Radio und BBC World Service. Wie das Onlinemagazin Radiowereld erläutert, läuft die Lizenz von MTVNL, an der Broadcast Partners eine Mehrheitsbeteiligung hält, am 31. August 2028 aus. Aus diesem Grund hat das EZK Konsultationen dazu gestartet, wie es mit dem Netz nach diesem Stichtag weitergehen soll.

Plattformbetrieb oder Zuweisungen für interessierte Programmanbieter

Beim derzeitigen Plattformbetrieb wird die Lizenz an einen kommerziellen Anbieter vergeben, der als Betreiber oder Gatekeeper fungiert. Aktuell ist dies MTVNL. Der Vorteil dabei ist, dass ein einziges Unternehmen für die Verwaltung und den Betrieb verantwortlich ist. Außerdem ist es für neue und bestehende Programmanbieter möglich, Sendeplätze im Multiplex zu mieten. Nachteil ist, dass der Lizenzinhaber selbst bestimmen kann, an welche Anbierer die Kapazitäten vermietet werden. Darüber hinaus kann dieser Lizenzinhaber den Mietpreis selbst festlegen, und es gibt wenig Verhandlungsspielraum für Mieter.

Daneben gibt es das Modell, das bereits für die überregionalen und regionalen Netze sowie für die landesweiten Netze auf den Kanälen 9C und 11C verwendet wird. Hier wird den Radiosendern selbst jeweils ein Teil der Netzkapazität zugeteilt, und sie müssen diese gemeinsam auf Sendung bringen, gegebenenfalls mit einem Senderbetreiber.

Der Vorteil des Rundfunkmodells besteht darin, dass lizenzierte Radiosender über einen längeren Zeitraum Sicherheit haben und nicht von der Zulassungspolitik einer Firma abhängig sind, die als Gatekeeper fungiert. Nachteil ist, dass alle Lizenznehmer eine Kooperationsvereinbarung abschließen müssen. Bei der Vergabe der lokalen DAB+-Lizenzen in den Niederlanden verlief dieser Prozess sehr mühsam, auch beim landesweiten Kanal 9C kam es zu Verzögerungen.

Das möchte das EZK herausfinden

Im Rahmen einer Konsultation möchte das EZK vom Markt unter anderem erfahren, welches Modell bevorzugt wird und welche Gründe dafür sprechen. Darüber hinaus möchte das EZK wissen, ob es für die Vergabe von Kapazitäten Beschränkungen geben soll. Denkbar wären beispielsweise Einschränkungen für Anbieter, die bereits über Kapazitäten in den regionalen oder anderen landesweiten Netzen verfügen. Eine Entscheidung darüber will das EZK allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt treffen.

Stellungnahmen zur Konsultation können bis einschließlich 24. April eingereicht werden.