Absolut Relax kurz vor Amsterdam im Autoradio
Klassisches Autoradio (Foto: RadioBlog.eu)

EU-Parlamentarier wollen Radio im Auto sicherstellen

In der Vergangenheit gab es immer wieder Hinweise darauf, dass manche Automobilhersteller auf den Einbau klassischer Autoradios in neue Fahrzeuge verzichten könnten. Musik, Unterhaltung und Informationen wären dann nur noch per Streaming zugänglich. Diesen Plänen macht die Politik auf europäischer Ebene einen Strich durch die Rechnung, wie das Onlinemagazin Radioszene.de berichtet.

Den Angaben zufolge hat eine fraktionsübergreifende Gruppe von Abgeordneten des EU-Parlaments in einem Schreiben an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dafür plädiert, die Verfügbarkeit eines Radios im Auto im Digital Networks Act verbindlich festzulegen. Lizenzierte Radiostationen müssen demnach in den Menüs der Fahrzeuge leicht auffindbar und zugänglich bleiben.

Darum bleibt das Autoradio wichtig

Das Radio genieße nach wie vor einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert. Bei Stromausfällen oder Ausfällen der Mobilfunknetze sei die Bevölkerung immer noch über den Rundfunk erreichbar. Die Abgeordneten warnten davor, dass die Autokonzerne zu Gatekeepern werden. Ohne Regulierung bestünde die Gefahr, dass das Radio kaum noch auffindbar sei oder gar hinter einer Bezahlschranke verschwinde.

Die Forderung bezieht sich allerdings nicht nur auf den terrestrischen Empfang, sondern auch auf Streaming. So sollen künftige Autoradios neben DAB/DAB+ und UKW auch IP als Übertragungsweg nutzen können. Von den klassischen AM-Wellenbereichen – Lang-, Mittel- und Kurzwelle – ist hingegen keine Rede, zumal diese mittlerweile in der Bedeutungslosigkeit verschwunden sind.