Während Automobilhersteller überlegen, Mittelwellen- und UKW-Radios aus ihren Fahrzeugen zu entfernen, kommt eine neue Studie zu dem Ergebnis, dass 96 Prozent der Amerikaner ein integriertes Radio in einem Neuwagen für wichtig halten. Die Präferenz für Radioempfang im Auto gilt für alle Bevölkerungsgruppen, auch für diejenigen, die nicht regelmäßig Radio hören.
Die Studie von Critical Mass Insights ergab, dass neun von zehn Befragten den Radioempfang in Notfällen wie Unwettern oder Naturkatastrophen als unverzichtbar ansehen. Diese Zahlen stehen im Einklang mit der starken öffentlichen Resonanz auf den „AM Radio for Every Vehicle Act„, der Mittelwellenempfang als Sicherheitsmerkmal in allen in den USA verkauften Neuwagen vorschreiben würde.
Die Ergebnisse übertreffen frühere Studien bei weitem, darunter auch eine Untersuchung von Xperi’s DTS, bei der 62 Prozent der Befragten angaben, dass sie ein Fahrzeug ohne AM/FM-Empfang sofort ausschließen würden.
Einfache Bedienbarkeit wichtig
Auch die einfache Bedienbarkeit spielt eine Rolle. 98 Prozent der Amerikaner sagen, dass das Radio leicht zu finden sein sollte, doch die Designtrends in Fahrzeugen sprechen eine andere Sprache. Der zweite jährliche In-Vehicle Visuals Report von Quu ergab, dass zwar alle 100 meistverkauften Modelle in den USA über Empfangsmöglichkeiten für terrestrisches Radio verfügen, aber nur 26 % mit einer physischen Taste ausgestattet sind, gegenüber 36 Prozent im Jahr 2024. Somit müssen Fahrer nun durch Infotainment-Menüs navigieren, um den von ihnen gewünschten Sender einzustellen.
Critical Mass Insights hat außerdem herausgefunden, dass 97 Prozent der Amerikaner kostenlose Unterhaltungsoptionen im Fahrzeug als unverzichtbar ansehen. Ohne klassisches Radio wären viele Nutzer gezwungen, für alternative Plattformen zu bezahlen. Autohersteller wie Tesla, der derzeit FM-Radio aus seinen Basismodellen entfernt, sollten diese Ergebnisse berücksichtigen, insbesondere da 89 Prozent der Befragten angaben, dass das Fehlen von terrestrischem Radio sie wahrscheinlich vom Kauf eines Fahrzeugs abhalten würde.
AM und FM bleiben wichtigster Empfangsweg
Edison Research hat ermittelt, dass Mittelwelle und UKW mit einem Anteil von 87 Prozent an der Radiohörzeit im Jahr 2025 nach wie vor die wichtigsten Empfangswege in den USA sind. Vor zehn Jahren lag der Anteil allerdings noch bei 93 Prozent.
Elizabeth Falke, Senior Vice President of Research bei Critical Mass Insights, sagte, die Ergebnisse würden die Bedeutung der Verbindung des lokalen Radios mit seinem Publikum unterstreichen. „Das Fazit ist, dass die Menschen den einfachen Zugang zu AM- und FM-Radio in ihren Autos schätzen. Die Verbraucher wollen Radio aus einer Vielzahl von Gründen, die weitgehend einzigartig für das lokale Radio sind – von der Entdeckung neuer Musik über Wetterberichte bis hin zu den neuesten Sportnachrichten und lokalen Nachrichten und Ereignissen“, kommentierte Falke.
