In der Nacht von Freitag auf Samstag (26. auf 27. Juni) ist in Großbritannien eine Ära zu Ende gegangen. Die BBC hat ihre Sendungen auf 198 kHz eingestellt. Eigentlich war die Abschaltung der Langwellensender längst geplant, da die Hörerzahlen kontinuierlich rückläufig waren. Allerdings wurden über diese Sender auch Stromzähler gesteuert. Die Umrüstung auf neue Geräte, die die Ausstrahlungen auf Langwelle nicht mehr benötigen, dauerte länger als geplant.
Abgeschaltet wurden die Sendeanlagen in Droitwich, Burghead und Westerglen noch nicht. Stattdessen wird hier eine Ansageschleife ausgestrahlt, die über die verbliebenen Empfangswege von BBC Radio 4 informiert. Neben UKW und DAB hebt die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt auch die Option hervor, das Programm online über BBC Sounds zu hören. Für Interessenten abseits des Vereinigten Königreichs gibt es zudem einen Livestream auf BBC.com.
Überhaupt ist die Abschaltung der Langwellensender vor allem für Hörer im Ausland bedauerlich. Im Vereinigten Königreich können Interessenten auf UKW und DAB ausweichen. Im Ausland entfällt mit dem Wegfall der Sendungen auf 198 kHz der terrestrische Empfangsweg komplett. Vor allem in Irland soll BBC Radio auch heute noch viele Hörer gehabt haben, die – trotz verminderter Audioqualität – auf die Langwelle zurückgegriffen haben.
Langwellenrundfunk vor dem Ende
Mit der Abschaltung der BBC wird es nun noch leerer im Langwellenbereich. Stationen wie der Deutschlandfunk, RTL und Radio Monte Carlo haben sich aus diesem Frequenzbereich längst verabschiedet. Der französische Sender auf 162 KHz läuft – ohne Rundfunkprogramm – nur noch für die Übertragung des Zeit-Signals.
Nun gibt es noch einige Sender in Osteuropa und Nordafrika. Wie lange diese noch betrieben werden, wird die Zukunft zeigen. Schade ist es um den Rundfunk in einem Frequenzbereich, der sich vor allem durch die Möglichkeit auszeichnet, dass ein einziger, leistungsstarker Sender ausreicht, um den Empfang weit über Ländergrenzen hinweg zu ermöglichen.
Langwellen-Abschaltung der BBC im Video
Quelle: YouTube-Kanal Oxford Shortwave Log
