Die National Association of Broadcasters (NAB) in den USA erklärte einem Bericht des Onlinemagazins Radio World zufolge, Untersuchungen hätten ergeben, dass 80 Prozent der Mittelwellensender in den Vereinigten Staaten ihre Signalqualität verbessern könnten, indem sie Gleichkanal-Füllsender einsetzen. Die Studie wurde Ende 2025 von der NAB und dem National Radio Systems Committee (NRSC) in Auftrag gegeben. Sie wurde von dem Ingenieurbüro Cavell, Mertz & Associates durchgeführt.
Viele AM-Sender verfügen bereits über Relaisstationen im FM-Band, doch auch für die Verbreitung auf Mittelwelle ließen sich Verbesserungen erzielen, indem am Rand des Versorgungsgebiets und/oder in städtischen Zentren zusätzliche Sender aufgebaut werden. Mit diesen zusätzlichen Sendestationen ließe sich das Signal an Orten verbessern, wo hohe Störpegel für schlechten Empfang sorgen.
Regelungen für AM-Verstärker angestrebt
Ziel sei es, eine technische Dokumentation zu erstellen, um die Einreichung eines Antrags auf Regelsetzung für AM-Verstärker bei der Fernmeldebehörde FCC zu unterstützen. Der Studie zufolge hat die Verbreitung moderner elektronischer Geräte zu einem Anstieg des AM-Rauschpegels geführt, insbesondere in städtischen Gebieten. Als Teil der Studie kartierte das Ingenieurbüro in einem ersten Schritt die 25-mV/m- und 2-mV/m-Konturen für jeden der 4.355 AM-Sender in der AM-Datenbank der FCC.
Acht AM-Sender am Rande des Sendegebiets wurden für die Kartierung ausgewählt. Die Studie untersuchte die Bevölkerung innerhalb der zentralen 25-mV/m-Kontur eines Senders im Vergleich zur weiter gefassten 2-mV/m-Kontur. Sie ergab, dass bei einigen Sendern ein erheblicher Anteil der Hörer häufig außerhalb des stärksten Empfangsbereichs wohnt, was diese Sender zu guten Kandidaten für einen verbesserten Empfang durch strategisch platzierte AM-Verstärker machen würde.
Das NRSC erklärt, dass Sender mit einer höheren Konzentration von Hörern jenseits der 25-mV/m-Kontur Möglichkeiten haben könnten, das Hörerlebnis zu verbessern, „indem sie AM-Verstärker strategisch in weiter entfernten Bevölkerungszentren platzieren, die theoretisch unter hohem AM-Rauschen und geringer AM-Signalstärke leiden“.
Auch städtische Hochleistungssender könnten profitieren
Darüber hinaus wurden vier städtische Hochleistungssender untersucht, um zu zeigen, dass es nahegelegene Vororte gibt, in denen AM-Sender durch den Einsatz eines Verstärkers eine bessere Abdeckung erzielen könnten. Zu diesen Sendern gehörten WSB in Atlanta, WHSQ und WINS in New York sowie KNX in Los Angeles.
Der Bericht stellt fest, dass alle kartierten AM-Sender „Beispiele für Sender sind, die vermutlich von einem AM-Verstärker auf demselben Kanal profitieren würden“. Er kommt zu dem Schluss, dass es eine beträchtliche Anzahl von Kandidaten für eine Reichweitenvergrößerung durch Verstärker gibt. Allerdings müsste für jeden Mittelwellensender untersucht werden, ob ein Verstärker hilfreich wäre und welche Kosten damit verbunden wären. Jeder Markt und jede Situation sei anders und würde eine sorgfältige Abwägung und Analyse erfordern, heißt es in dem Bericht.
David Layer erklärte gegenüber Radio World zuvor, dass die Untersuchung aus mehreren Phasen bestehen werde, darunter die Erforschung kleiner Antennen, die für den Betrieb von Füllsendern geeignet sind. Zudem sind Feldtests in Zusammenarbeit mit bestehenden Sendern geplant – idealerweise im Raum Washington, D.C., wo die Testressourcen bereits verfügbar seien.
