RockHits 92.3 bleibt auf Sendung (Quelle: facebook.com/rockhits92.3, Screenshot: RadioBlog.eu)
RockHits 92.3 bleibt auf Sendung (Quelle: facebook.com/rockhits92.3, Screenshot: RadioBlog.eu)

USA: RockHits 92.3 kommt nach Verstoß gegen Auflagen mit blauem Auge davon

Ein Low-Power-FM-Sender in Virginia muss Maßnahmen ergreifen, um Verstöße gegen die Vorschriften für Sponsoring bei nichtkommerziellen Rundfunkanbietern zu vermeiden. Seine Lizenz behält er jedoch. Betroffen ist WXRK-LPFM Charlottesville, Virginia, das auf 92,3 MHz mit nur 21 Watt ERP sendet. Weltweit ist der Sender über einen Livestream im Internet zu empfangen.

Die Entscheidung der amerikanischen Fernmeldebehörde FCC betraf ursprünglich fünf LPFM-Sender, die an einer ungewöhnlichen gemeinsamen Marketingvereinbarung beteiligt waren. Diese Kooperation führte 2019 zu einem Einspruch gegen die Lizenzverlängerung durch Saga Communications, das mehrere Sender in der Region besitzt.

Saga forderte die FCC auf, die Lizenzverlängerungen auf der Grundlage mehrerer Vorwürfe abzulehnen, wobei die Kooperationsvereinbarung einen zentralen Teil des Falls ausmachte. Saga bezeichnete sie als „eine ausgeklügelte Täuschung, die den Anschein der Einhaltung der Vorschriften erwecken soll … während gleichzeitig ein kommerzielles Unternehmen betrieben wird.“

Zwei dieser Sender sind nicht mehr aktiv. Ein dritter Lizenznehmer erklärte sich 2024 bereit, eine Strafe in Höhe von 1.000 Dollar zu zahlen. Er erhielt zudem eine verkürzte Lizenzverlängerung. Der vierte unterzeichnete im vergangenen Jahr einen Vergleich ohne finanzielle Strafe und erhielt eine Verlängerung für die gesamte Laufzeit. Nun steht die Entscheidung für den fünften an.

Vorwürfe gegen RockHits 92.3

Blue Ridge Free Media ist Lizenznehmer von WXRK-LPFM und sendet auf 92,3 MHz in Charlottesville. Der Sender strahlt ein Rock-Format aus, das als RockHits 92.3 bekannt ist. Saga Communications behauptete über seine Tochtergesellschaft Tidewater Communications, der Sender sende regelmäßig Werbespots. Außerdem wurde vorgebracht, dass WXRK seinem Bildungszweck nicht nachkomme. Blue Ridge bestritt die Vorwürfe und behauptete seinerseits, Saga missbrauche die Verfahren der Kommission, um den Wettbewerb auszuschalten.

Wie in den anderen Fällen räumte die FCC ein, dass die LPFMs „höchst ungewöhnliche“ Vereinbarungen getroffen hatten, indem sie die Virginia Radio Coop gründeten und Experience Media sowie Experience Sales nutzten, um Sponsorenanzeigen zu verkaufen. Die FCC erklärte, sie habe diese Vereinbarungen geprüft, um sicherzustellen, dass sie keine gemeinsame Eigentümerschaft oder Kontrolle über Sender begründen, was gegen die LPFM-Lizenzbeschränkungen verstoßen würde. Sie stellte fest, dass die LPFMs die Genossenschaft unter anderem gegründet hatten, um sich einen Senderstandort, eine Antenne sowie Studio- und Büroräume zu teilen. Die Kommission stimmte zu, dass dies „unkonventionell“ sei, befand jedoch, dass die Genossenschaft einer Vereinbarung über gemeinsam genutzte Dienste ähnelte.

„Die Betriebsvereinbarung der Genossenschaft selbst enthält keine Bestimmungen, die es der Genossenschaft erlauben, die Programmgestaltung, das Personal oder die Finanzen eines Senders zu kontrollieren, der von ihren Mitgliedern betrieben wird, die Lizenznehmer der Kommission sind“, so die Behörde. Doch wie in den anderen Fällen äußerte die FCC auch hier Bedenken und erklärte, dass solche Vereinbarungen mögliche Konflikte schufen und dass der Fall „Probleme aufzeigte“, die sie genau prüfen würde, sollten ähnliche Fälle in Zukunft auftreten. „Wir sind weiterhin beunruhigt über diese Art von Vereinbarungen“, so die FCC.

Betreiber räumt Fehler ein

Blue Ridge räumte ein, Ankündigungen ausgestrahlt zu haben, die nicht den Sponsoring-Gesetzen entsprechen. Das Unternehmen erklärt sich bereit, einen Compliance-Beauftragten zu benennen, einen Compliance-Plan umzusetzen und der FCC regelmäßig Bericht zu erstatten. Es entging einer Geldstrafe, indem es nachwies, dass es nicht über die Mittel verfügte, diese zu bezahlen.

Die FCC akzeptierte keine weiteren Behauptungen von Saga und stellte auch nicht fest, dass die Handlungen von WXRK eine Entziehung der Lizenz rechtfertigten. Sie wies jedoch das Argument von Blue Ridge zurück, dass Saga die Verfahren der Kommission missbrauche, um den Wettbewerb für seine Sender auszuschalten.