QSL-Karte von RIAS Berlin (Quelle: qsl.philcobill.com)
QSL-Karte von RIAS Berlin (Quelle: qsl.philcobill.com)

RIAS Berlin: Leider kein 80. Geburtstag

Am 7. Februar 1946 ging der Drahtfunk im amerikanischen Sektor (DIAS) in Berlin erstmals auf Sendung. Aus diesem ging der Rundfunk im amerikanischen Sektor (RIAS) hervor, als dieser nicht nur per Drahtfunk, sondern auch auf Mittelwelle – sowie später auch auf UKW und Kurzwelle – verbreitet wurde. In diesen Tagen wäre der RIAS 80 Jahre alt geworden, doch mit dem Zusammenbruch der „DDR“ endete der Auftrag des Senders. Er wurde eingestellt. Das finde ich noch heute bedauerlich.

Ich lernte den RIAS Anfang der 80er Jahre kennen. RIAS 1 war auf Kurzwelle 6005 kHz auch in Hessen ganztägig gut zu empfangen. Abends und nachts kam die Mittelwelle 990 kHz dazu. Tagsüber bot RIAS 1 ein hervorragendes Informationsprogramm, das sich mit seinen Magazin-Formaten dennoch von Mitbewerbern abhob. Dieses Programm konnte man durchhören, weil es einen – anders als deutlich wortlastigere Sender – nicht überforderte.

Am Wochenende gab es zudem Unterhaltungsformate wie das unvergessene „Klingende Sonntagsrätsel“ mit Hans Rosenthal. Was war das für ein tolles Gefühl, RIAS 1 ab Ende der 80er Jahre über das Digitale Satelliten Radio (DSR) in HiFi-Qualität empfangen zu können. Mit dem Nachfolger, DeutschlandRadio Berlin, konnte ich hingegen nie etwas anfangen.

RIAS 2 deutlich schlechter zu empfangen

RIAS 2 ist mir von Anfang der 80er Jahre als Programm bekannt, das Sendungen von RIAS 1 zu abweichenden Sendezeiten wiederholte. Eigene Inhalte wurden damals in der Programmvorschau nach den Nachrichten immer als „Alternative zu RIAS 1“ angepriesen. Erst 1985 startete die Jugendwelle RIAS 2 auf 9-4-3, was für die Berliner UKW-Frequenz 94,3 MHz stand.

RIAS 2 war einzigartig und für damalige Verhältnisse geradezu revolutionär. Zu dumm, dass ich ausgerechnet dieses Programm kaum empfangen konnte. Auf Mittelwelle 855 kHz sendete RIAS 2 zwar mit 100 kW, doch ein rumänischer Sender auf gleicher Frequenz machte den Empfang oft zunichte. In Nordrhein-Westfalen war RIAS 2 deutlich besser zu hören, wie ich bei Besuchen bei Hobbyfreunden feststellte.

Als RIAS 2 privatisiert wurde, hatte sich inhaltlich zunächst wenig geändert. Das heutige rs2 hat mit dem einzigartigen Programm von früher leider nichts mehr zu tun. Mittlerweile erinnert nicht einmal mehr das Logo an die große Vergangenheit, die diese Radiostation unter amerikanischer Trägerschaft hatte.