Sonos One (Foto: Sonos)
Sonos One (Foto: Sonos)

Darum ist Sonos das bessere WLAN-Radio

Seit kurz vor Weihnachten bin ich nun Sonos-Nutzer. Mittlerweile habe ich alle tatsächlich genutzten Räume in Wohnung und Büro mit dem Multiroom-System ausgestattet. Nach vier Monaten muss ich sagen: Ich möchte Sonos nicht mehr missen.

Ich nutze viele Stunden am Tag Internetradio. Allerdings stelle ich bei herkömmlichen WLAN-Radios immer wieder fest, dass die Betriebssicherheit zu wünschen übrig lässt. Auch an Karfreitag hatten Frontier Silicon/vTuner wieder einmal „Schluckauf“, sodass man kaum seine gespeicherten Favoriten-Programme anwählen konnte.

Sonos unterstützt mehrere Radio-Datenbanken

Derartige Unzuverlässlichkeiten habe ich bei Sonos noch nie erlebt. Das System läuft wie ein VW ohne Dieselskandal. Dazu kommt, dass man nicht auf nur eine Senderdatenbank angewiesen ist. Neben TuneIn Radio lassen sich auch der Radioplayer.de, Radio.de und MyTuner Radio nutzen.

Über die systemweite Suche kann man nach dem gewünschten Radioprogramm Ausschau halten. Es wird dann überall dort angezeigt, wo es gelistet ist. Wenn TuneIn Radio also TuneIn Radio außerhalb von Großbritannien sperrt, hört man das Programm eben über MyTuner Radio, Das Menü „Mein Sonos“ kann dann auch gleich als einheitliche Favoriten-Liste genutzt werden.

Auch eigene Streams können hinzugefügt werden. Auf diesem Weg sind auch Programme zugänglich, die von keinem der Datenbank-Betreiber gelistet sind. Einzige Schwäche: Anders als für Musik-Streamingdienste wie Spotify und Amazon Music gibt es für die Radioportale keinen Login. So lassen sich die in der TuneIn- oder Radio.de-App schon gespeicherten Favoriten nicht zu Sonos mitnehmen.

Eher speziell ist das Problem, dass man keinen Zugriff auf geogeblockte Programme beispielsweise aus den USA hat. Zu diesem Zweck habe ich ein herkömmliches WLAN-Radio von Sangean über Sonos Connect in das System integriert.

Multiroom als Mega-Vorteil

Ein großer Vorteil von Sonos ist natürlich die Multiroom-Funktion, die ich gerne nutze, wenn ich ein Wortprogramm – sei es linear oder als Podcast – verfolgen möchte, aber in verschiedenen Räumen unterwegs bin. Früher habe ich das Smartphone mitgenommen und über dessen quäkenden Lautsprecher gehört. Heute geht das mit Sonos deutlich bequemer.

Was ich mir für die Zukunft wünschen würde wäre eine Funktion, mit der man das Lautstärkeverhältnis verschiedener Räume zueinander abspeichern kann. Nicht selten schalte ich ein Audiosignal auf mehrere Lautsprecher und komme ich einen Raum, wo ich entweder fast nichts höre oder mir die Ohren wegfliegen, weil das NF-Signal zu laut ist.

Nett wäre auch eine App-Erweiterung für die Apple Watch, über die man beispielsweise die Lautstärke des gerade gehörten Programms steuern kann. Als diese Funktion für die Audio-Wiedergabe am iPhone oder über AirPlay eingeführt wurde, hatte sie mich ehrlich gesagt zuerst gestört. Heute finde ich es angenehm, beim Kochen auch ohne Griff zum Handy die Lautstärke regulieren oder abends im Bett die Wiedergabe stoppen zu können.

Mit Sonos geht das leider nicht? Doch! Als Workaround kann man Sonos über Airplay 2 betreiben. Schon ist die Steuerung am Handgelenk wieder da. Das nutze ich nicht oft, ich finde es aber gut, dass es diese Funktion gibt. Nicht zuletzt ist AirPlay 2 für mich auch ein Grund, warum ich keine Experimente mit Android mehr machen werde, sondern bei iOS für mein Hauptgerät bleibe.

GoogleCast-Unterstützung fehlt

Schade, dass Sonos nicht auch GoogleCast unterstützt – quasi als Pendant zu AirPlay 2. Das Apple-Verfahren hat allerdings einige Vorteile – beispielsweise die Möglichkeit, am iPhone ein VPN zu nutzen, wenn die gewünschte Audioquelle geogeblockt ist. Das wäre mit GoogleCast nicht möglich, das aber wiederum den Vorteil hat, dass das Handy nur als Fernbedienung fungiert, das eigentliche Streaming aber auf dem WLAN-Lautsprecher, auf dem Chromecast, dem Android-TV etc. erfolgt.

Wünschenswert wäre es nicht zuletzt, dass Sonos bei neuen Produkten auch den 5-GHz-Bereich für die WLAN-Nutzung unterstützt. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie störanfällig das System in einer Mietskaserne in einer Großstadt ist, weil der 2,4-GHz-Bereich völlig überlastet ist. Hier im Spessart ist das freilich kein Problem.

Unter dem Strich bin ich froh, nach mehrjähriger Überlegung in Sonos investiert zu haben. Meine Radio- und Podcast-Nutzung hat sich nicht grundlegend geändert, sie ist aber deutlich komfortabler als früher.