Der flämische öffentlich-rechtliche Rundfunk VRT hat eine europaweite Ausschreibung für den Betrieb, die Überwachung und die Verwaltung seiner fünf UKW-Sendernetze gestartet. Das berichtet das Onlinemagazin Radiowereld. Der neue Vertrag tritt am 1. Januar 2028 in Kraft und hat eine Laufzeit von sieben Jahren. Danach besteht die Option, den Vertrag zweimal um jeweils ein Jahr zu verlängern.
Derzeit verfügt die VRT über 32 UKW-Frequenzen, die auf elf Standorte verteilt sind, darunter die großen Sendemasten Sint-Pieters-Leeuw, Schoten und Egem. Über diese senden VRT Radio 1, VRT Radio 2, Klara MNM und Studio Brussel. Seit 2019 betreut die niederländische Firma Broadcast Partners diese Sendernetze. Das Unternehmen hatte damals den Vertrag vom damaligen Norkring België, heute bekannt unter dem Namen Belgian Tower Company, übernommen.
Aktueller Vertrag läuft Ende 2027 aus
Da der aktuelle Vertrag Ende nächsten Jahres ausläuft, wurde eine neue Ausschreibung gestartet. Diese besteht aus zwei Phasen. In der ersten Phase, die bis zum 23. März läuft, können sich interessierte Parteien melden. Dabei müssen sie nachweisen, dass sie in den letzten drei Jahren einen Jahresumsatz von mindestens drei Millionen Euro erzielt haben. Darüber hinaus müssen die interessierten Unternehmen über operative Erfahrung im Betrieb von Rundfunknetzen wie UKW, DAB+ und/oder DVB-T2 verfügen.
Wer alle Bedingungen erfüllt, erhält eine Einladung zur tatsächlichen Teilnahme an der Ausschreibung, der sogenannten Vergabephase. Die genauen Bedingungen und die Kriterien, nach denen neben dem Preis bewertet wird, werden erst dann bekannt gegeben.
Wie viele Interessenten?
Die große Frage ist, wie viele Parteien sich an der Ausschreibung beteiligen werden. Da UKW rapide an Bedeutung verliert, bleibt abzuwarten, inwieweit ein neuer Betreiber auf den Plan tritt, um möglicherweise ein besseres Angebot als Broadcast Partners zu machen. Der aktuelle Betreiber verfügt bereits über die gesamte Infrastruktur, während jedes andere Unternehmen al,les neu aufbauen muss.
Die Übertragung der UKW-Sendernetze der VRT von Norkring an Broadcast Partners war 2019 mit einem heftigen Rechtsstreit verbunden. Beide Parteien konnten sich nicht über die Nutzung einer Reihe wichtiger Sendemasten einigen, die Eigentum von Norkring waren. Dadurch war die VRT sogar gezwungen, sich an die belgische Wettbewerbsbehörde BMA zu wenden, um die Kontinuität der Ausstrahlungen zu gewährleisten.
Der Betrieb des DAB+-Netzwerks der VRT wird erst später ausgeschrieben. Hier läuft der aktuelle Vertrag noch bis mindestens 2029.
