Netgear Nighthawk 5G M7 ausprobiert (Foto: RadioBlog.eu)
Netgear Nighthawk 5G M7 ausprobiert (Foto: RadioBlog.eu)

Netgear Nighthawk 5G M7 im Test: Top-Router für mobiles Streaming

Ende vergangenen Jahres kündigte Netgear mit dem Nighthawk 5G M7 einen – wie ich finde – sehr spannenden mobilen Router an. Als meines Wissens erstes Gerät dieser Art unterstützt es nicht nur die Nutzung physischer SIM-Karten, sondern auch eSIM-Profile. Der Hersteller liefert auch gleich einen eigenen Datentarif mit. Zudem ist das Gerät 145 mal 83,6 mal 16,9 Milli­meter groß. Es hat somit etwa die Bauform eines Smartphones. Mit 240 Gramm ist es zudem kaum schwerer als viele aktuelle Mobiltelefone.

Der Nighthawk 5G M7 unterstützt WiFi-7, leider aber nicht auf 6 GHz. Innerhalb des Netzwerks sind Datenübertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 3,6 GBit/s möglich. Der Internet-Zugang kann über LTE und 5G hergestellt werden. Anders als ältere mobile Netgear-Router unterstützt das neue Modell die UMTS-Netze nicht mehr. Das ist in Deutschland egal, da es hierzulande ohnehin keine 3G-Netze mehr gibt. Für den Einsatz in Nachbarländern, wo UMTS noch immer eine Rolle spielt, ist diese Einschränkung aber ärgerlich.

Blick auf das Display des mobilen Routers (Foto: RadioBlog.eu)
Blick auf das Display des mobilen Routers (Foto: RadioBlog.eu)

Repeater für andere WLAN-Netze

Als Alternative zum Internet über das Mobilfunknetz kann der Netgear Nighthawk 5G M7 auch andere WLAN-Netze repeaten. Das ist beispielsweise in Hotels interessant, etwa wenn man als Gast nur einen Zugang für ein einziges Gerät hat, den Hotspot aber für mehrere Smartphones, Tablets, Notebooks etc. benötigt. Der mobile Hotspot kann in solchen Fällen als „Zwischenstation“ genutzt werden, freilich auch, um das Gerät dort aufzubauen, wo der Hotspot am besten zu empfangen ist, sodass der WLAN-Zugang etwas stabiler als bei der nativen Nutzung am Handy, Tablet etc. ist.

Der Netgear Nighthawk 5G M7 kann für 32 Geräte gleichzeitig einen drahtlosen Internet-Zugang herstellen. Das reicht selbst für meinen großen Fuhrpark. Ich konnte den Router in den vergangenen Wochen ausgiebig testen – auch für Streaming. Dabei stellte ich fest, dass der mobile Hotspot sehr zuverlässig arbeitet, auch wenn er über einen Zeitraum von mehreren Tagen im Dauerbetrieb läuft.

Netgear liefert kein Netzteil mit. Der Akku wird über eine USB-C-Buchse aufgeladen. Der Anschluss kann alternativ auch für kabelgebundenes Tethering genutzt werden. Wenn der Akku im laufenden Betrieb aufgeladen wird, lädt es auch tatsächlich auf. Das klingt erstmal logisch. Allerdings habe ich bei älteren mobilen Routern von Netgear die Erfahrung gemacht, dass der Akku teilweise an Kapazität verliert, obwohl das Gerät am Netzteil hängt.

Schneller Internet-Zugang über 5G (Screenshot: RadioBlog.eu)
Schneller Internet-Zugang über 5G (Screenshot: RadioBlog.eu)

Knapp 280 MBit/s über 5G

Der Internet-Zugang ist schnell. Zuhause habe ich im Telekom-Netz knapp 280 MBit/s im Downstream und 130 MBit/s im Upstream erreicht. Diese Werte schaffe ich bei Smartphones nur, wenn sie direkt am Fenster liegen oder outdoor betrieben werden. Wie der Netgear-Router das auch eineinhalb Meter vom Fenster entfernt schafft, weiß ich nicht. Fakt ist aber: Der Internet-Zugang ist nicht nur stabil, sondern auch sehr schnell.

Besonders geschätzt habe ich die eSIM-Funktion. Mehrere Profile rein, schnell und unkompliziert zwischen den Netzen wechseln, das ist herrlich. Aber auch der Steckplatz für Nano-SIM-Karten ist besser wie bei früheren Netgear-MiFis, wo sich die Karte im Laufe der Zeit verformt hat. Jetzt wird die SIM in eine Art „Schublade“ (ähnlich wie bei iPhones) gesteckt. Dadurch wird keine mechanische Belastung mehr ausgeübt.

eSIM als Killer-Feature (Screenshot: RadioBlog.eu)
eSIM als Killer-Feature (Screenshot: RadioBlog.eu)

Router kann zur Roaming-Falle werden

Eine negative Erfahrung habe ich beim International Roaming in Spanien gemacht, als die Netzanzeige „behauptete“, ich sei bei „Telekom.de“ eingebucht. Das konnte in Barcelona freilich nicht sein. Nur über die manuelle Netzsuche und -auswahl lässt sich feststellen, in welchem Netz der Router tatsächlich eingebucht ist. Das ist ein Mega-Bug, zumal es je nach Aufenthaltsort auch wichtig sein kann, zu wissen, welches Netz gerade genutzt wird (Beispiel Roaming-Falle Schweiz). Hier sollte Netgear mit einem Software-Update nachbessern.

Eine Schwachstelle ist auch der Akku, der nur knapp zehn Stunden durchhält. Allerdings gibt es eine Art Ruhezustand. Dann ist der Hotspot aus und der Stromverbrauch minimal. Vorteil gegenüber „richtigem“ Ausschalten: Das Gerät ist innerhalb kürzester Zeit wieder betriebsbereit. Der normale Boot-Vorgang dauert mehrere Minuten, sodass man diesen so selten wie möglich durchführen sollte, wenn der Router immer wieder benötigt wird.

Die WLAN-Reichweite kann mit einem stationären Router nicht ganz mithalten. Das ist aber auch nicht der Anspruch, den man an ein solches, sehr kompaktes Gerät haben sollte. Für etwa 30, 40 Meter reicht es dennoch. Das sollte für ein Hotelzimmer oder einen mobilen Arbeitsplatz ausreichen. Insgesamt betrachtet hat der Netgear Nighthawk 5G M7 einen guten Eindruck hinterlassen. Größter Schwachpunkt ist die „Fake-Netzanzeige“ im Ausland. Hier bleibt zu hoffen, dass der Hersteller nachbessert.